Lourmarin

 

Der Ort liegt unmittelbar vor der Combe de Lourmarin, dem direkten Weg von Aix-en-Provence nach Apt und der wichtigsten Strasse, die den Luberon in Nord-Süd-Richtung durchquert.

Im 11. Jahrhundert wurde dieser Weg in einer Bulle des Papstes Clemens III als "der gefährlichste Weg in der gesamten unteren Provence" bezeichet und die dort lebenden Mönche unter besonderen Schutz gestellt. Heute ist die Durchfahrt auch nicht ungefährlich - zumindest für Flachländler -, hat die Schlucht und der anschließende Anstieg doch eine Reihe von sehr engen Kurven.

 

Dass Lourmarin einmal von einer Stadtmauer mit 4 Stadttoren umgeben war, erkennt man höchstens am Grundriß des alten Teils. Heute steht das Schloß frei neben dem Fussballfeld. Es wurde im 16. Jahrhundert an Stelle einer früheren Burg errichtet und ist deshalb so gut erhalten, weil es 1921 von Laurent Vibert praktisch total renoviert wurde. Die alte Burg gründete auf einem Vorläufer aus römischer Zeit. Eigentlich war es während der französischen Revolution bereits beschlossene Sache, dass das Schloss geschleift wird, aber der damalige Bürgermeister, Goulain, hatte die Idee ein Hospuital daraus zu machen. Dadurch wurde es gerettet, ohne dass die Pläne jemals umgesetzt wurden.

 

 

Der Ort selbst zeichnet sich durch sehr viele schöne Gassen und ein lebendiges Treiben aus. Es gibt eine Reihe von Galerien und Souvenirgeschäften, Kneipen und Restaurants und freitags vormittags einen sehr schönen Markt: Neben allem was man zum Kochen und Essen braucht, gibt es auch viele Stände mit Dingen, die man als Besucher unbedingt braucht. Oft spielen an 2, 3 Ecken Straßenmusikanten. Vielen gilt Lourmarin als der schönste Ort des Luberon. Und man kann zur gleichen Ansicht gelangen, wenn man aus dem Trubel den Rundweg um Lourmarin geht - nicht wenige Häuser mit kleinen Brücken über den Weg oder den Bach und Gärten auf der anderen Seite, die in die Felder übergehen - sehr idyllisch.

 

(C) Par Véronique PAGNIER — Travail personnel, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15623550

 

 

Albert Camus, Literaturnobelpreisträger, lebte z.T. hier und wurde auf dem Friedhof nach einem tödlichen Unfall begraben.

 

Wir verzichten darauf die verschiedenen Kneipen zu bewerten. Es gibt einige gute. Wir gehen gerne zum "Korsen", auch wegen seines korsischen Bieres (Pietra, hell oder dunkel - ambré). Bei den Restaurants die absolute Nr. 1 ist Reine Sammuts Restaurant " La Fenière" etwa 1,5 km südlich von Lourmarin. Sie hat auch ein exzellentes Kochbuch über ihre wunderbare provenzialische Küche geschrieben: La Cuisine de Reine. Es gibt inzwischen nicht nur das sterndekorierte Restaurant, sondern auch ein sehr empfehlenswertes Bistro.

 

Lourmarin kann auch als Zentrum für die Pflege einer besonderen provenzialischen Spezialität gelten - dem Gibassier (oft auch gibassié geschrieben). wichtiger Bestandteil der 13 Weihnachtsdesserts.

 

Noch ein weiterer Tipp: In Lourmarin hat der beste "négociant" für Rhône-Weine seinen Sitz. Tardieu-Laurent verkauft in kleinen Mengen auch an Endverbraucher: Wie er sagt "Leute aus der Gegend, damit es die Weine nicht nur in der großen Gastronomie und in New York gibt." Michel Tardieu kauft bei sehr guten Winzern, z.T. kleinste Mengen der besten Partien. Ausgebaut werden sie beim Winzer oder in seinem Keller in speziellen Fässern (magic casks) und von ihm abgefüllt und vermarktet. Er führt alle große Weine von der Rhône, aber seine Basis Côtes-du-Rhône-Weine "Guy Louis" sind bereits außergewöhnlich.

 

auf der Domaine des Escaravailles

 

 

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