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Sivergues

 

Steinzeitliche Gegenstände, die gefunden wurden, lassen darauf schließen, dass die damaligen Menschen dort gejagt, aber nicht gelebt haben. Auch die Römer hinterliessen keine Spuren der Besiedelung.

 

Während die frühe Besiedlung im Dunkeln liegt, weiß man, dass das Gebiet von Sivergues zusammen mit Saignon ein Lehen bildete, das im 12. Jahrh. der Familie Bot gehörte.

 

Diese Adligen waren sehr einflußreich in Apt und stellten dort unter anderem auch mehrere Bischöfe. Anfang des 14. Jahrhunderts musste Aicard Bot allerdings zusammen mit seinen beiden Helfern fliehen, weil sie einen stadtbekannten Galan umbrachten. Die Ländereien wurden konfisziert und erst nach vielen Ränken gelang es der Familie Bot die Länderein zurückzubekommen. Der Erzdiakon baute in der Folge das ihm gehörende Gebäude zum Fort aus (Fort de L'Archidiacre) - heute werden dort Fremdenzimmer vermietet.

 

 

 

Die Pest und Kriegswirren führten dazu, dass Sivergues zu Beginn des 16. Jahrhunderts praktisch entvölkert war. Die Grafen der Provence, als Eigentümer, vergaben daraufhin notariell beglaubigte Wohnrechte für 8 Familien. Es handelte sich dabei im Wesentlichen um Waldenser. Als die Bevölkerung zunahm gab es in Sivergues jedoch keinerlei religiös begründete Konflikte, wohl, wie es in einem Manuskript von 1588 heißt, weil "...das gute Zusammenleben, das Resultat der tiefen Gleichgültigkeit, der einen wie anderen Seite, für religiöse Fragen zu sein scheint." Die Katholiken gingen in die kleine Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die Waldenser hielten ihre Gottesdienste im Wald und in umliegenden Höhlen ab. Erst im 19. Jahrhundert wurde ein protestantischer Tempel gebaut (inzwischen Privatbesitz).

 

Die gegenseitige Toleranz und die versteckte Lage könnten der Grund dafür gewesen sein, dass Sivergues im Wesentlichen von den Massakern des 18. April 1545 (Edikt von Merindol) verschont blieb, auch wenn es wohl Plünderungen gab.

 

Auch heute noch endet die Straße im Ort. Es leben dort weniger als 50 Menschen (Stand 2914) und in aller Regel ist es unglaublich ruhig. Und auch heute noch scheint die Toleranz hier zuhause zu sein und ein entspanntes Verhältnis zu den Religionen zu bestehen, wie man an dem Gebet von Thomas More* sehen kann, das in der Kirche aufgestellt ist.

 

Sitzungssall des GemeinderatsWith kind permission: (C) Randos Photos Passions;http://randos-photos-passions.khopyworld.com/index.php

 

Sivergues thront über dem Tal des Aiguebrun und rundherum ist die besondere Landschaft des Luberon. Hier ist der Ausgangspunkt für wunderschöne Wanderungen, z.B. vorbei an den Höhlenhäusern von Chantebelle, hinunter zum Aiguebrun und zur Auberge du Seguin oder umgekehrt und dann auf dem Rückweg einkehren auf eine kleine Brotzeit oder ein richtiges Essen in die Auberge.

 

Kirche in Sivergues April 2017

 

*Thomas Morus Gebet auf Deutsch

 

 

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