Meerrettich

 

Ob als "mehr Rettich"; "bayerische Zitrone" oder wie in Österreich einfach als "Kren" bezeichnet ist er in Deutschland, aber auch in Österreich, Südost-Europa und in Russland wirklich beliebt, mit nicht wenigen kulinarischen Anwendungen.

 

 

Andere Küchen dieser Welt kennen die scharfe Wurzel auch, aber sie spielt kulinarisch nicht eine so große Rolle. Mit Ausnahme vielleicht von Japan, wo Wasabi, das ebenfalls zur Familie der Kreuzblütler gehört, auch zum Würzen und Schärfen von Speisen verwendet wird. In Frankreich wird sie eher im Norden,  insbesondere im Elsass geschätzt. Aus der Provence gibt es die selbst erlebte Geschichte, dass ein - ansonsten gut sortierter - Gemüsehändler nicht einmal den Namen der Wurzel ("raifort") kannte.

Die Wurzel ist sehr gesund: Das Synonym "bayer. Zitrone" kommt von einem mehr als doppelt so hohen hohen Vitamin-C-Gehalt des Meerrettichs. Er gilt als antibiotisch und harnwegsdesinfizierend, wirkt regulierend auf Schilddrüsenhormone und regt die (C) CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=147195Bildung von Magensäure an.  Diese Eigenschaften bleiben jedoch nur erhalten, wenn der Meerrettich frisch verwendet oder bei warmen Gerichten erst im letzten Moment zugegeben wird. Er spielte in der Volksheilkunde eine wichtige Rolle und hilft als Glücksbringer  und beim Kinderwunsch. Ein getrocknetes Stück im Geldbeutel, lässt diesen niemals leer werden; und je ein Stück unter den Kopfkissen der werdenden Eltern zeigt an, welches Geschlecht das künftige Kind haben wird, je nachdem welches Stück schneller schwarz wird.

Der Meerrettich ist sehr aromatisch, frisch gerieben beißend und tränentreibend. Es tritt dabei ein scharfes Senföl aus, das aber an der Luft, erwärmt oder mit etwas Säure versetzt sofort verschwindet. Auch im Mund ist die Schärfe zwar sehr stark, lässt aber - im Gegensatz zu z.B. Chili - sehr schnell nach.  Verwendet wird es in der Küche roh bei Salaten (z.B. Rote-Bete-Salat; Cesars Salad), als scharfe Zugabe zu gebratenen Würsten und zu geräucherten Fischen oder klassisch zum gekochtem Tafelspitz. In dieser Form sehr beliebt sind Zubereitungen wie Sahne-Meerrettich, Apfel-Meerrettich und Ähnliches. Man findet  aber auch eine Reihe von warmen Saucen und Suppen.

Hier einige Rezepte:
>Steirische Krensuppe, Rote-Bete-Nocken
> Kohlrabi Carpaccio mit Radieserl
>Avocado mit Meeresfrüchten
>Nürnberger Rostbratwürste mit Kren

© für Inhalte und Bilder bei arbovin erhard arbogast.

Veröffentlichung nur mit unserer Genehmigung.

 

Homepage-Sicherheit