(C) (C) Von Rosenzweig - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4916820 Trollinger

 

Als die Milch und als Nationalgetränk der Schwaben bezeichnet*, stößt der Trollinger außerhalb des Ländles ganz und gar nicht auf dieselbe Gegenliebe wie bei den Schwaben.

Wikipedia schreibt:"Der Trollinger ist der Inbegriff des schwäbischen Viertele-Weines – und damit Ausdruck einer bodenständigen Weinkultur im Württembergischen; der Wertschätzung, die er in seinem Hauptanbaugebiet erfährt, steht außerhalb davon weitgehende Ablehnung entgegen."

Dabei ist diese nur dort nachvollziebar, wo belanglose Weine - meist in Literflaschen oder mit Lemberger verschnitten - angeboten werden, die zur "Bekömmlichkeit" noch eine kleine Restsüße mitbekommen. Ernsthafte Winzer produzieren aus dieser Rebe durchaus sehr angenehme, fruchtige Weine ohne zuviel Alkohol, mit diskretem Tannin, die die alemannisch-schwäbische Spezialitäten sehr gut begleiten und leicht gekühlt viel Trinkvergnügen bereiten können. Versuchen Sie einmal z.B. einen der guten Trollinger von Rainer Schnaitmann in Fellbach zu hausgemachten Maultaschen oder Kässpätzle.

Im Gegensatz zu Südtirol wo die Rebflächen mit Vernatsch seit den 80er-Jahren zugunsten internationaler Sorten drastisch reduziert wurden, ist dies in Württemberg noch nicht in diesem starken Umfang der Fall. Auch ein Zeichen, wie hoch die Wertschätzung in der Heimat des Trollingers immer noch ist. Wobei die zunehmenden Schäden, die die Essigfliege bei einer ihrer Lieblingsrebsorten anrichtet, zukünftig evt. eine Neuausrichtung notwendig machen.  


* Kilian Krauth in "Südtiroler Vernatsch" (2018)

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