Bier, Würstl, Senf und sehr viel Mittelalter

 

Im Mittelalter eine der wichtigsten Städte im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, heute Universitätsstadt, Regierungs- und Bischofssitz und allemal eine Reise wert.

 

Dies liegt daran, daß die Altstadt nicht im gleichen Maß zerstört wurde wie in anderen Städten. Regensburg hatte zwar auch mehrere Bombenangriffe im 2. Weltkrieg zu überstehen, da die Messerschmitt-Werke, damals das größte Flugzeugwerk Europas, dort ihrenen Standort hatten. Ende April 1945 verhinderten aber die Regensburger mit Domprediger Dr. Johann Meier an der Spitze und einer "Demonstration der Frauen" weitere Zerstörungen. Sie forderten die Übergabe, um die Stadt zu retten. Meier und 2 weitere Beteiligte wurden deshalb einen Tag später standrechtlich erschossen, aber die Stadt wurde kampflos übergeben. Die Zerstörungen sind inzwischen jedoch beseitigt, lediglich das Obermünster wurde so stark beschädigt, dass heute nur noch Ruinenreste zu sehen sind.

 

 

Neben dem Dom und der steinernen Brücke findet man in den engen mittelalterlichen Gassen und den vielen Plätzen eine ganze Reihe weiterer historisch wertvoller Gebäude, die den Rundgang oder eine Besichtigung lohnen.


Auffällig sind bei diesen Rundgängen die vielen Kneipen, Cafés und Restaurants - viele davon für ein junges Publikum. So wundert es nicht, dass Regensburg seit 2010 Berlin den Rang abgelaufen hat und die Single-Stadt Nr. 1 in Deutschland ist. Grund dafür ist, dass vor allem junge Leute in der Innenstadt und Stadt Regensburg wohnen, Familien und ältere Bürger zieht es eher in die Randbereiche. Für den hohen Anteil von Singles sind aber nicht nur die Studenten verantwortlich, sondern auch die vielen Unternehmen der jungen Technologien, die häufig junge, meist (noch) ungebundene Mitarbeiter beschäftigen.


Gastronomisch gibt es allerdings nicht nur Tapas, Spaghetti und Wan Tan,sondern auch gepflegte traditionelle Küche: Zum Beispiel im "Kneitinger" - mit eigener Brauerei oder einem Muss, der "Wurstkuchl" an der Steiernen Brücke. Zu den Wurstspezialitäten isst man dort eine weitere Regensburger Spezialität - den süßen Händlmair-Senf ( den man im Übrigen auch in einem eigenen kleinen Laden in der unteren Bachgasse kaufen kann). An der Wurstkuchl kann man an den datierten Markierungen auch sehen, in welche Höhen sich das Donauwasser schwingen kann und das nicht nur im 19. Jahrhundert, sondern bis in unsere Tage.

 

Aus dem 19. Jahrhundert hat ein anderes Kleinod in Regensburg überdauert - das "Bistro Orphée". Nach eigenen Angaben " das originalste französische Bistro östlich des Rheins. Seit 1896 wurde sein Innenraum nicht mehr wesentlich verändert." Und das ist nicht übertrieben. Ein Bistro wie es sie selbst in Frankreich immer weniger gibt. Elogen darüber gibt es u.a. von Wim Wenders. Dazu gehört das Hotel Orphée, das jeden Aufenthalt lohnt, ob im elegant renovierten Großen Haus über dem Bistro oder dem sehr viel orginaleren "Kleinen Orphée". Schauen Sie einfach einmal die Bilder an und Sie bekommen Lust dort zu wohnen.

 

 

 

Die Bedeutung des Biers in der Region Regensburg erschließt sich, wenn man weiß, dass nur wenige Kilometer weiter westlich die Hallertau (oder Holledau) anschließt. Das größte Anbaugebiet von Hopfen weltweit umfaßt 4 Landkreise mit vielen historischen und landschaftlichen Schönheiten. Der Hopfen ist neben Malz und Wasser nach dem bayerischen Reinheitsgebiet eines der drei Bestandteile von Bier. Dementsprechend gibt es auch ein paar berühmte und alte Brauerein z.B. die Brauerei Schneider (Schneider Weiße) in Kehlheim. Sie braut nur Weißbier, darunter das obergärigen Starkbier "Aventinus", benannt nach dem Schöpfer der neuzeitlichen bayerischen Geschichtsschreibung.

 

Kehlheim ist insofern von Bedeutung, als die Donau heute bis bzw. ab diesem Punkt schiffbar ist. Über den Rhein-Main-Donau-Kanal, der hier partiell im Altmühltal verläuft sind diese drei großen Flüsse schifffahrtstechnisch miteinander verbunden. Doch zurück zu "Aventinus" oder Johannes Turmair (*1477, †1534) wie er mit bürgerlichen Namen hieß. Der war gebürtig aus Abensberg nur wenige km von Kehlheim entfernt. Die dortige Brauerei Kuchlbauer ist eine der ältesten Brauereien der Welt (seit 1300). Aber richtig interessant ist der Besuch seit 2010: Die Brauerei hat eines der letzten Projekte von Friedensreich Hundertwasser umgesetzt und einen von ihm entworfenen Turm gebaut, inmitten einer Biererlebniswelt. Wem dort zuviel Rummel ist, der kann am Hauptplatz von Abensberg ein dunkles Weißbier zum Spanferkel oder zum "Turmbraten" trinken. Das passt besonders gut zur dunklen Weißbiersauce. Wenn man dann noch während der Spargelsaison kommt, dann kann man den hervorragenden Abensberger Spargel genießen und frisch gestochen kaufen. Die Saison beginnte ca. Mitte April und endet gemäß der Bauernregel: „Kirschen rot, Spargel tot.“ Ihr offizielles Ende ist der 24. Juni, der Johannistag, auch "Spargelsilvester" genannt. Vielleicht sehen wir uns ja. 

 



 

                                    Auch die Umgebung von Regensburg bietet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten.

 

  

 

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