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©  DalGobboM via wikipedia Creative Commons

 

Weinland Deutschland

 

Problematisch war nicht das Weingesetz von 1901, das als Blechtafel in deutschen Winzerkellern hängen mußte, sondern das von 1971. Erzielten die deutschen Weine zum Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich höhere Preise als die legendären französischen Weine aus Bordeaux, so litt die Qualität und damit der Ruf nach 1971 nicht unerheblich. Es ist weniger dem Gesetzgeber zu verdanken, als Winzervereinigungen wie dem Verband der Prädikatsweingüter.(VdP), einigen anderen  oder auch einzelnen Winzern, daß trotz der gesetzlichen Regelungen in den letzten 20 Jahren immer besserer deutscher Wein gemacht wird. Inzwischen gehören die deutschen Weine - und hier insbesondere die Rieslinge – wieder zur absoluten Weltspitze.

 

Weingesetz von 1901

Die Klassifizierung erfolgt – anders als in Frankreich – nicht nach einer aufsteigenden Hierarchie von Gebiets-, Orts- und Lagenweinen (mit 1er Crus, Grands Cru etc.), sondern orientiert sich schwerpunktmässig an Ort ,Lage und Rebsorte. Nachdem diese Lagen nicht klassifiziert sind, ist es für den

Konsumenten schwer zu sehen, ob es sich um eine Großlage handelt oder ein Spitzengewächs. Hier ist jedoch ein Umdenken imGange, das über kurz oder lang dazu führen könnte, daß es eine derartige Klassifizierung gibt. Viele Spitzenweingüter nennen bereits heute nur noch ihre besten Lagen auf dem Etikett und füllen ansonsten "Dorf-" oder Gutsweine ab. Noch eine Besonderheit des deutschen Weinetiketts ist der Umstand, daß die Mehrzahl der Weine aus einer Rebsorte stammen und diese Rebsorte mit Qualitätsstufe (QbA; Kabinett, Spätlese etc.) und der Geschmacksrichtung (trocken, halbtrocken) auf dem Etikett steht. Auch wenn hier - nicht zuletzt durch die Bemühungen des Verbandes der Prädikatsweingüter - gerade ein Umdenken zumindest für trockene Weine stattfindet. Obwohl sie nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit unseren Importaktivitäten stehen, führen wir einige deutsche Weine von Spitzenwinzern, insbesonders Rieslinge, weil sie sicher zu den besten Weißweinen der Welt  zählen.

 

In Deutschland (aber nicht nur dort, wie ein Blick auf die französische Karte der Weingebiete zeigt) wachsen Reben entlang der großen Flüsseläufe oder Ihrer Nebenflüsse - Rhein, Elbe, Mosel, Ahr, Nahe, Neckar, Main, Saale, Unstrut, Tauber ...Angebaut werden für die weißen Wene die klassischen heimischen Rebsorten wie Riesling, Silvaner, aber auch die Burgundersorten (Grau- und Weißburgunder) oder Kreuzungen daraus wie Müller-Thurgau oder Scheurebe. Bei den Rotweinengibt es ebenfalls die eher klassischen Sorten wie Lemberger, Trollinger, den Früh- und Spätburgunder oder Kreuzungen wie den Dornfelder. Verstärkt wurden in den letzten Jahren - nicht zuletzt begünstigt durch den Klimawandel - auch internationale Rebsorten erfolgreich angebaut: Chardonnay, Sauvignon blanc, Viognier oder Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.

 

Deutsches Weintor SchweigenDie Rheinpfalz

 

Sie beginnt im Süden in Schweigen, direkt an der französischen Grenze zum Elsaß. Wenn man dort durch das deutsche Weintor schreitet, liegt vor einem ein Rebmeer von max. 6-8 km Breite an der Haardt, den Ausläufern des Pfälzer Waldes, und parallel zum Rhein, allerdings in einiger Entfernung von ihm. Es endet rund 80 km weiter nördlich bei Kirchheimbolanden. Traditionell erfolgt die Unterteilung in 2 Bereiche: Den Bereich Südliche Weinstrasse - der früher als Oberhaardt bezeichnet wurde - ( Aütokennzeichen "SÜW") und den höher bewerteten Bereich Mittelhaardt/Deutsche Weinstrasse ab etwa Neustadt an der Weinstrasse (Autokennzeichen "NW"). Die 1935 ins Leben gerufene "Deutsche Weinstrasse" führt durch die gesamte "Weinpfalz" und verbindet viele malerische Orte miteinander.

Weingut Markus Schneider EllerstadtDie Böden bestehen u.a. aus Kalkablagerungen, Löss und Buntsandstein. Zusammen mit dem gemäßigten Klima führt dies zu kräftigeren Weinen, als in den weiter nördlich gelegenen deutschen Weingebieten. Die vielleicht etwas geringere Finesse z.B. beim Riesling wird aber durch sehr vielschichtige Aromen und Schmelz wieder aufgewogen. Die klimatischen Unterschiede führen dazu, daß im südlichen Bereich vor allem die weißen (und roten) Burgundersorten gedeihen (die Weine des Weinguts Friedrich Becker in Schweigen oder von Rebholz in Siebeldingen sind hier Referenzen), während in der Mittelhaardt der Riesling dominiert. In den letzten Jahren haben die Klimaveränderungen dazu geführt, daß zunehmend auch internationale Rebsorten durchaus mit Erfolg angebaut werden: Sauvignon blanc, Viognier, Merlot, Cabernet Sauvignon. Vom Klimawandel profitiert auch der Pinot noir, von dem es neben den bereits erwähnten auch in der nördlichen Weinpfalz hervorragende Weine gibt (Knipser, Philipp Kuhn).

Alte Weinpresse am Deutschen WeintorZumindest seit Bundeskanzler Kohl kennt jeder eine der Spezialitäten der Pfalz - den Saumagen. Er ist archetypisch für eine traditionell sehr kräftige, gute Hausmannskost. Dem Tourismus und der Nähe zu Frankreich sind jedoch inzwischen auch eine ganze Reihe von Feinschmeckerlokale zu verdanken. Nicht nur der Weine wegen - eine Reise wert. Und wer Rheuma hat oder Schwierigkeiten mit dem Muskel- und Gelenksystem, der sollte die Thermalquellen von Bad Bergzabern nutzen. Dies hindert sicher nicht einen Besuch im Weingut Hitziger mit seinem vielfältigen Angebot. Sagen Sie Nicole, der charmanten Hausherrin, einen schönen Gruß von uns, vielleicht bekommen Sie ein Glas Hitzsecco umsonst - nichts versprochen!

© Luidger via wiki GNU Free Documentation LicenseDer Rheingau

 

Der Rheingau liegt auf der rechten Rheinseite. Er beginnt im Süden am Main bei Hochheim und zieht sich dann am Rhein entlang hoch bis über Rüdesheim hinaus nach Aßmannshausen. Die angebaute Rebsorte ist fast ausschließlich der Riesling und im nördlichen Bereich um Assmannshaußen der rote Spätburgunder.

 

Landschaftlich gehört der Rheingau zu einem der wärmsten und trockensten Gebiete Mitteleuropas. Die Böden bestehen zu eienm hohen Anteil aus Mergel, durchsetzt von Kiesen und Sanden. Wichtig für den Weinbau ist jedoch auch die vielerorts anzutreffende Lößschicht. Im Zuge der klimatischen Veränderungen der letzten 50 Jahre werden heute wieder Weinbergslagen in den höheren Gebieten reaktiviert (z.B. im Weingut Robert Weil), da sie bessere Ergebnisse bringen als die tiefen Lagen. Auf ein weiteres Phönomen im Zusammenhang hat Wilhelm Weil, der Urenkel des Gründers und heutige Leiter des Weinguts, hingewiesen: Durch die Klimaveränderung ist der Zeitraum, in dem gesundes Traubenmaterial gelesen wird, nicht unerheblich geschrumpft. Dem Management bei der Lese (von Hand!) kommt eine immer größere Bedeutung zu, will man nicht riskieren überreifes Traubenmaterial zu ernten.

 

Aus dem Rheingau kommen heute ganz große Rieslingweine. Weine, die sowohl trocken, als auch restsüß zu den besten Weinen der Welt gehören.

 © Axel Mauruszat via WikipediaDie Mosel und ihre Nebenflüsse: Saar und Ruwer

 

Die Bezeichnung "Mosel" ersetzt seit kurzer Zeit die bisherige Bezeichnung "Mosel-Saar-Ruwer", umfasst jedoch das gleiche Gebiet. Die jetzige Bezeichnung ist vor allem für nicht deutschsprachige Kunden leichter, als der geographisch korrektere frühere Begriff. Zum großen Teil wachsen die Weine auf Terrassen-Steillagen mit roten oder blauen Schieferböden. Angebaut wird hauptsächlich Riesling, der hier sehr geschliffene, mineralische Weine ergibt, oft leicht im Alkohol und trotzdem lange haltbar. In manchen Weinen entwickelt sich mit zunehmen Alter ein prägnanter Schieferton, den man sowohl riechen als auch schmecken kann. Dieser Schieferton wird häufig als Petrolton bezeichnet. Auch wenn er sehr kräftig hervortritt, handelt es sich nicht um einen Fehler, sondern er ist den stark schieferhaltigen Böden geschuldet. Dieses Aroma ist auch für Ungeübte ein sehr deutlich erkennbarer Terroirgeschmack.

 

Während an der Obermosel noch Rebsorten wie der Riesling angebaut werden, die sehr saftige, säurebetonte Weine ergeben und oft auch Eingang finden in die Sekte, dominiert an der Mittelmosel der Riesling. Gleichgültig, ob er trocken ausgebaut wird oder mit mehr oder weniger Restsüße daherkommt, immer sind es sehr filigrane, duftige Weine mit einer klaren Mineralität.  Es gibt wenige Weingebiete auf der Welt, wo man wie hier, die roten und blauen Schieferböden in so unmittelbarer nähe sehen kann und gleichzeitig beim Probieren spürt wie stark die Böden diese Weine prägen.

 

Die Weine von der Saar sind vielleicht noch eine Spur feingliedriger, aber auch sehr mineralisch, während die Weine von der Ruwer etwas herzhafter, "rustikaler" sind. Wobei Weine vom Scharzhofberg an der Saar oder vom Herrenberg an der Ruwer zu den  absoluten Toplagen deutschlandweit zu zählen sind.

 

Die Steillagen fordern sehr viel Handarbeit  und viele Weinberge sind nur mit Seilwinden oder kleinen Monorackbahnen zu erreichen und zu bewirtschaften  Der "Uhlen" oder der "Bremm" gehören weltwein zu den steilsten bewirtschafteten Lagen überhaupt.


OrtenauWeinbaugebiet Baden

 

Das badische Weinbaugebiet erstreckt sich vom Bodensee entlang des Rheins bis an die Tauber. Man unterscheidet 9 Bereiche, in denen naturgemäß sehr unterschiedliche Weine heranreifen. Während im Süden im Markgräflerland der Gutedel (Chasselas) frische, jung zu trinkende Vesperweine liefert, wird im Norden sehr stark Müller-Thurgau angebaut. Die beiden besten Bereich sind zweifellos der Kaiserstuhl und die Ortenau. Hier dominieren, neben Spätburgunder, Grauburgunder (Ruländer, Pinot gris) und Riesling. Die Qualität dieser Weine hat sich in den letzten 20 Jahren erheblich verbessert, so daß es heute eine größere Zahl ausgezeichneter Betriebe und einige der besten Winzergenossenschaften in Deutschland gibt. Die Weine können sich heunicht nur mit den Besten in Deutschland, sondern auch international messen. Dabei gibt es durch die Nähe zu Frankreich nicht wenige Betriebe, die sich an den dortigen Weinbereitungsmethoden orientieren und erfolgreich kleine, neue Holzfässer einsetzen, insbesondere beim Grau- und Spätburgunder.

© für Inhalte und Bilder bei arbovin-e weinimport.

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