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Collioure


5 Gründe für eine Reise an die Messingküste. Eigentlich sind es ja sechs Gründe, aber über die Sardellen aus Collioure haben wir schon geschrieben, deshalb hier die anderen fünf.

 



1. Der Bildhauer und Maler Aristide Maillol aus Banyuls - südlich von Collioure - war befreundet mit einer ganzen Reihe von französischen Expressionisten und schwärmte Ihnen vom Licht an seiner "Côte Vermeille" (Messingküste) vor. 1905 verbrachten Henri Matisse und André Derain den Sommer in Collioure. Dies gilt heute als die Geburtsstunde des "Fauvismus". Seit etwa der Jahrtausendwende erinnert der "Fauvismusweg" in Collioure an diese Zeit: An 20 Stellen im alten Teil von Collioure sind Reproduktionen der beiden Maler aufgestellt, die dort entstanden sind. Es entstanden über 270 Bilder. Diesen beiden Malern folgten eine ganze Reihe anderer, später sehr berühmter Maler wie Raoul Dufy, Chagall oder Pablo Picasso. Ein Gemälde von Raoul Dufy trägt groß den Titel "Collioure sans voiles c'est un soir sans etoiles" (Collioure ohne Segel ist wie ein Abend ohne Sterne). Und wer wissen will, wie die damals noch sehr armen Künstler sich über Wasser gehalten haben, der sollte sich einmal die Bildersammlung in der Bar des Hotels Les Templiers anschauen. Auch wenn es sich dabei inzwischen meist um Kopien handelt.

2. Die Hänge um Collioure gehören zum Weinanbaugebiet Banyuls. Die Weinstöcke wachsen auf den dunklen, steilen, schiefrigen Abhängen der Pyrenäen und reichen bis ans Meer. Traditionell wird bei diesen Weinen die Gärung mit Weingeist gestoppt und sie werden in sogenannten Bonbonnes - große, meist 25 Liter fassende, bauchige Glasflaschen - über eine längere Zeit (1-4 Jahre) im Freien der Sonne ausgesetzt. Anschließend läßt man sie in Holzfässern bis zu 20 Jahre weiter reifen. Die Methode, die sonst nur noch bei den Süßweinen von Maury angewendet wird, führt zu mehr oder weniger braunen Weinen, mit sehr viel Aroma (Schokolade, Mokka), mit Restsüße sowie dem typischen, dem Alterungsprozess zu verdankenden, Rancio-Geschmack. Sie gehören zu den wenigen Weinen, die zu Schokoladendesserts passen. Ähnlich wie bei den Vintage-Portweinen gibt es jedoch auch Banyuls-Weine, die bereits jung als Jahrgangsweine abgefüllt werden und dann Flaschenreife brauchen (Rimage). Die Rotweine dieser Zone tragen die AOC "Collioure": Dunkle, schwere Weine hauptsächlich aus Mourvèdre, Grenache und Syrah, zugelassen zu einem kleineren Teil sind jedoch auch Cinsault und Carignan. Diese Weine bekommt man zwar auch im Weinhandel, aber vor Ort schmecken sie besonders gut. Was man hier nur schwer bekommt ist der Banyuls Essig. Für uns einer der besten.

(C) Par NEAULT — Travail personnel, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19222293

 

3. Collioure beherbergt auch eine besondere Einheit der französischen Armee - das Centre National d'Entraînement Commando. Es werden hier die Elitesoldaten für Spezialeinsatzkommandos ausgebildet und trainiert - und das alles mitten im Ort. Ob Manöver mit dem Schlauchboot, Tauchgänge, Langstreckenschwimmen oder Liegestützen, bei einem kühlen Bier oder einem Glas Wein kann man dies aus nächster Nähe mitverfolgen. So ein Training würde einem vielleicht auch ganz gut tun. Wenn man allerdings sieht wie die Jungs früh morgens völlig ausgepumpt auf dem Sandstrand liegen, dann bleiben wir doch lieber bei unserem Getränk.

 

 

 


4. In der Umgebung von Collioure gibt es eine ganze Reihe von Orten und Dingen, die man sich anschauen kann. Die Strecke am Meer entlang nach Port Vendres, Banyuls und Port Bou bietet viele sehr schöne Ausblicke. Der Blick vom Tour Madeloc ist einzigartig. Und auf dem Weg nach Collioure liegen so sehenswerte Orte wie Carcassonne, die Katharerburgen, die Fundstätten des Urmenschen von Tautavel, Perpignan oder die wunderschöne romanische Abtei Saint-Martin de Canigou auf dem ebenso schönen "Heiligen Berg" der Katalanen. Noch ein Tipp zu Port-Vendres: Auch wenn Sie keine Möglichkeit haben, Fisch zuzubereiten, sollten Sie doch unbedingt den Fischladen auf dem alten Hafengelände besuchen. (Wenn man von Collioure kommt, hält man sich bei dem Parkplatz am Ortseingang links vom Hafenbecken und fährt an den Fischerbooten vorbei in das Hafen- und Werftgelände. Der Laden liegt etwas verdeckt hinten rechts). Draußen gibt es extrem frisch Fisch in großer Vielfalt. Und drinnen gibt es Austern, Muscheln, Hummer etc. Mitnehmen und am Strand essen kann man die rohen Muscheln und Austern oder gekochte Langusten und Hummer. Auf Wunsch auch eine gekühlte Flasche Champagner, alles verpackt in Eis. Eine schöne Stelle ist z. B. noch wenige Kilometer weiter Richtung Banyuls der Strand von Paulilles. Die sehr gute Domäne "Clos des Paulilles" direkt davor hat allerdings auch ein sehr gutes Restaurant.



5. Last but not least: Collioure selbst. Der erste der 4 Orte an der Côte Vermeille ist zugleich der schönste. Ein wunderbare Bucht mit 2 Sandstränden direkt an die Altstadt angrenzend, eine alte Wehrkirche und viele kleine verwinkelte Gassen mit Geschäften, Kneipen und Restaurants. Nette Hotels wie das Casa Païral - oder nicht ganz so luxuriös - das Mas des Citronniers oder das Hotel Madeloc. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl von Ferienwohnungen, die den Vorteil haben, daß man den wunderbaren Fisch aus Port Vendres selbst zubereiten kann. Wer sich schon einmal vorfreuen will, findet auf dieser Internetseite 3 schöne Bildergalerien.

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