St. Arbogast - auf Spurensuche im Elsaß


Muss man selber heilig sein, wenn man einen Heiligen als Vorfahren hat? Versuch einer Selbstfindung.

 

Egal ob man von Norden, von Westen oder von Osten nach Haguenau kommt, durchquert man den großen Wald von Haguenau. Heute nur noch rund 16.000 ha groß, umfasste er im Mittelalter 60.000 ha. Überall findet man Wegweiser mit "St. Arbogast" oder "Gros Chêne Arbogast" (große Arbogast-Eiche). Sogar in den Michelin-Karten ist das eingezeichnet. Also nichts wie hin und den Namensvetter besuchen, der ja auch der heilige Urvater von arbovin ist.


Die Legende besagt, dass ein Eremit namens Arbogast im 6. Jahrhundert sein Wesen in der Gegend von Vorarlberg (St. Arbogast/Götzis) und dem Elsaß trieb. Er galt als fromm und heilkundig und war ein gesuchter Gesprächspartner des fränkischen Königs Dagobert II. Als Sigismund, Sohn des Königs, bei der Jagd im Haguenauer Forst auf einen wilden Eber trifft, scheut sein Pferd, wirft ihn ab und schleift ihn mit. Schwerverletzt wird er zum Palast gebracht, wo er am folgenden Tag verstirbt. Arbogast wird gerufen und sein Gebet erweckt Sigismund wieder zum Leben. Zusammen mit der Beobachtung, dass er trockenen Fußes die Ill überquerte, hat ihm das verständlicherweise einen gewissen Ruf eingetragen, so dass es niemanden verwundert, dass er zu Amt und Würden kam: Als 6. Bischof von Straßburg, wurde er beispielsweise mit einem eigenen Fenster im Straßburger Münster geehrt. Und wie es damals so lief, wurde er in der Folge heilig gesprochen. Heute sind nicht wenige Kirchen im Elsaß ihm geweiht und bei Götzis in Vorarlberg im Weiler St. Arbogast steht seine Wallfahrtskirche. Zu erwähnen vielleicht, dass Gebete zu ihm besonders bei Fußleiden hilfreich sein sollen:


 
  

    Wenn kommen trübe Stunden
    Wenn drückt des Lebens Last
    Wenn bluten neue Wunden -
    Dann hilf Sankt Arbogast.
    (Votivtafel in Sankt Arbogast bei Dornbirn)


 

 

Mehr zu diesem ganz außerordentlichen Urahn: Arbogast-Legende Teil 1 und Arbogast-Legende Teil 2
 

 

Die Arbogast-Eiche zur der die Wegweiser in den Forst führen und die ihm zu Ehren so getauft wurde, war - bevor der Blitz sie zerstörte - ein Riesenbaum. Sein Alter wurde auf fast 1000 Jahre geschätzt. Seit 1995 steht an seiner Stelle mitten im Wald ein sehr überraschendes Kunstwerk von Gloria Friedmann. Reste der Eiche selbst stehen nur wenige Meter davor, neben Kapelle und Gedenkstein des Heiligen Arbogast und natürlich einigen Ausflugslokalen. Ob mit oder ohne Fahrrad ein durchaus lohnendes Ziel. Grüßen Sie aber bitte unbedingt meinen Urahn herzlich von mir. Und ich verspreche Ihnen im Gegenzug zwar keinen Messwein, aber den einen oder anderen guten Elsaß-Tipp, z.B. die Domaine Meyer-Fonné.

 

 

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